Gemeinde des Heiligen Isidor

030 712 15 05

hlg.isidor@web.de

Alt-Lankwitz 43

12247 Berlin

@2017 Heiliger Isidor

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Die Gemeinde

Mihail
Rahr

Gemeindepfarrer

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Hans-Georg
Liepelt

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Gründungsgeschichte

Die Gemeinde des Heiligen Isidor ist eine orthodoxe Gemeinde deutscher Sprache. Sie wurde am 27. Mai 2002 innerhalb der Berliner Diözese des Moskauer Patriarchats gegründet, dessen Oberhaupt Kyrill I., Patriarch von Moskau und ganz Russland ist. Die orthodoxe Kirche ist die weltweit zweitgrößte christliche Religionsgemeinschaft.

 

Nach einem zahlenmäßigen Zuwachs der deutschsprachigen Gläubigen der Berliner russischen Gemeinde kam bei diesen der Wunsch auf, die Gottesdienste, die traditionsgemäß in kirchenslawischer Sprache abgehalten werden, in der Muttersprache, also auf Deutsch, zu erleben. Dies führte dazu, dass Seine Eminenz Feofan, Erzbischof von Berlin und Deutschland, dem deutschsprachigen Teil der russischen Gemeinde seinen Segen und seine Einwilligung gab, eine Gemeinde zu bilden, in der Deutsch die Gottesdienstsprache ist. Dies geschah am 27. Mai 2002, und so wurde die Gemeinde des Hl. Isidor unter dem Moskauer Patriarchat am 14. Juni 2002 offiziell gegründet. Seit Herbst 2003 nutzt die Gemeinde eine byzantinische Kapelle in dem ehemaligen römisch-katholischen Kloster der Christkönigschwestern in Berlin Lankwitz, wo jeweils am 2. Wochenende des Monats die Nachtwache und die Liturgie zelebriert werden.

 

Der Gemeindevorsteher ist Vater Mihail Rahr, ein russischer Priester, der die Gemeindemitglieder schon seit vielen Jahren geistlich betreut und zu den Gottesdiensten aus Weimar anreist, wo er einer russischen Gemeinde vorsteht. Deutsch ist seine zweite Muttersprache.

 

Die Gemeinde des Heiligen Isidor strebt an, im Einklang mit der deutschen Sprache, der hiesigen Kultur und Mentalität ihr Leben mit christlich orthodoxer Spiritualität und ebensolchen Traditionen zu erfüllen.

 

Namensgeber und Patron der Gemeinde ist der Heilige Isidor von Rostov und Brandenburg, Narr in Christo. Er lebte, einer Familie aus Brandenburg entstammend, im 15. Jahrhundert, ging in jungen Jahren nach Russland (Rostov Velikiy, nahe Moskau), wo er den orthodoxen Glauben annahm und sich ganz dem Leben in Christo widmete. Die russische Kirche verehrt ihn als einen Heiligen, dem außer der Gabe der Prophetie etliche Wunderheilungen zugeschrieben werden. Sein Gedenktag ist der 27. Mai (14.5. nach julianischem Kalender), der Tag, an dem die Gemeinde den bischöflichen Segen zu ihrer Gründung empfing. Erst im Jahr 2015 anlässlich einer Pilgerfahrt zur Gemeinde des Hl. Isidor in Rostov Velikiy wurde bekannt, dass genau zum selben Zeitpunkt (also am 27. 5. 2002 um 10 Uhr) die erste Liturgie nach vielen Jahrzehnten des Leerstands in der Kirche des Heiligen gefeiert wurde. Dieses wahrhaft wunderbare Zusammentreffen erfüllt die Gemeinde mit ganz besonderer Freude.

Selbstverständnis der Gemeinde

 

Die Gemeinde erkennt die Satzung der Russisch-Orthodoxen Kirche an und empfindet gegenüber dieser, ihrer Stammkirche, eine besondere Verbundenheit und Dankbarkeit. Aufgrund ihrer besonderen Situation als deutschsprachige Orthodoxe Gemeinde in Deutschland möchte die Gemeinde vorgenannte Ergänzungen zur Satzung hinzugefügt wissen und folgende Erklärung nachtragen:

 

Da eine christliche Orthodoxie in Deutschland bisher nur durch die Orthodoxen Kirchen anderer Länder und anderer Sprachen vertreten ist, betrachten die Mitglieder der Gemeinde des Heiligen Isidor es als ihren größten Wunsch, die Orthodoxen Gottesdienste in der hiesigen Landessprache miterleben zu dürfen. Deutschland ist kein unchristliches Land und hat Heilige und andere bedeutende Menschen hervorgebracht, die für den christlichen Glauben wichtig waren und sind.

Die Römisch-katholische und die Evangelische Kirche sind hierzulande Inbegriff von Kirche überhaupt; diese verdienen als solche unsere Wahrnehmung und Achtung. Vor diesem Hintergrund nur kann eine deutschsprachige, christlich- Orthodoxe Kirche wachsen und Anerkennung finden. Dabei ist zu beachten, dass Vieles, was in anderen Ländern üblich ist, im eigenen Land als befremdlich angesehen werden kann, da es unbekannt ist. Es gilt also, nicht nur sprachlich die Orthodoxie zu übersetzen, sondern auch in den Gewohnheiten einen Weg zum Herzen der Menschen in Deutschland zu finden.

 

Wir sehen es beispielsweise als unvereinbar mit westeuropäischem Denken und Empfinden, dass Frauen nur mit verdecktem Haupthaar die Kommunion empfangen sollen. Schon allein an diesem Beispiel klaffen Praxis und Sichtweise in den unterschiedlichen Gemeinden der Russisch-Orthodoxen Kirche weit auseinander.

Es ist uns ein Anliegen, das Ethnisch-Sittenhafte vom Wesentlichen zu unterscheiden, um im Vergleich der uns vorgestellten Gebräuche der unterschiedlichen orthodoxen Völker unsere eigene deutsch/west-europäische orthodoxe Tradition zu entwickeln.

Wir sind Seiner inzwischen verstorbenen Eminenz Erzbischof Feofan außerordentlich dankbar, dass er jedem Priester eines kanonischen Patriarchats gestattet hat, in unserer Gemeinde zu zelebrieren.

 

In diesem Bewusstsein wollen wir unseren Weg gehen, um gemeinsam Orthodoxie in Kirche und Alltag in unserem Land und in unserer Sprache zu leben und betrachten es als einen Beitrag dazu, nationale oder gar nationalistische Gedanken und Gefühle im Gottesdienst zu überwinden.